Kriege ich das mit dem Wickeln hin?

Es gibt tausend Gründe, sich unwohl zu fühlen, wenn man das erste Kind bekommt, darunter viele rationale und auch einige irrationale. So weit, so bekannt. Und ich weiß, dass alle Eltern sagen, dass das mit dem Wickeln echt nicht so schlimm ist, wie sie sich das vorgestellt hatten. Aber wie alle Noch-nicht-Eltern hab ich denen das nicht geglaubt.

Seien wir doch mal ehrlich: So kurz nach den Freuden jugendlicher Verantwortungslosigkeit verpflichtend alle paar Stunden jemandem den Hintern abwischen inklusive Umziehen und gelegentlichen Unfällen, die bis sehr sehr nahe an die eigene Nase heranreichen können?
Ich zum Beispiel bin was den Ekligkeitsfaktor angeht eher hartgesotten, das sprach in der Sache immer für mich. Dafür bin ich eher ein Typ, der

a) es nicht so mit Verantwortung hat und

b) sich sehr gut vor unangenehmen Sachen drückt.

Und wenigstens darüber werden sich ja alle einig sein: Schön ist was anderes.

Ich hab neulich aus dem entfernteren Familienkreis mitbekommen, dass einer der harten Männer nie die Windeln gewechselt hätte. Weil ihm „das nix war“. Na klar, weil's ja reihenweise Leute ohne fragwürdige Neigungen gibt, die gerne mit Kot hantieren und nicht aus Notwendigkeit.

(Es ist schon erstaunlich, dass Männern sogar ein "Naja, Frauen spielen halt gerne mit Scheiße" ein legitimes Argument ist, so lange es ihren Interessen dient.)

Naja, ich hatte jedenfalls auch ziemlich Sorgen, ob ich mich daran halten würde, das mit zu übernehmen, denn es ist ja hart. Während man als Erwachsener einen relativ überschaubaren Teil des Tages auf dem Entsafter verbringt, ist das mit so einem Baby ja gerade in den Anfangstagen anders. Man ist ständig auf dem Weg vom oder zum Wickeltisch und braucht dort dann ewig, weil man ja noch nicht ganz so geübt ist und keine wichtigen Kleinteile abbrechen möchte. Von Windel, Kind oder Klamotten.

Darüber hinaus muss ich allen Noch-nicht-Eltern aber sagen: Einfacher wird's nicht. Es ist echt so unspektakulär, dass ich mir inzwischen albern vorkomme, überhaupt was darüber zu schreiben. Und man kommt im Alltag ja nicht einmal umhin, es zu tun, weil jedes Auslassen ja Folgen hat, die WEIT schlimmer sind als einmal einen frisch gesprenkelten Babyhintern abzuwischen. Mir ist es momentan eigentlich sogar lieber als manch andere anfallende Arbeiten und damit hab ich's dann glaube ich sogar wirklich knapp über meine 50% hinaus geschafft. :)

Gibt's heute noch Väter, die gar nicht wickeln? Eure Erfahrungen?

Woche 11

Wenn uns gerade etwas passiert, dann dass die Dinge und Ereignisse nur so über uns hinweg rasen. So kann man es nennen, aber am Ende bedeutet das nur, das man nicht dazu kommt, es ordentlich niederzuschreiben. Ansonsten erlebt man nur einfach sehr viel – was jetzt ja nicht unbedingt etwas schlechtes ist.

Der Herr Baby ist am Samstag elf Wochen alt geworden, ich war das erste Mal wieder arbeiten, ebenso Ozie. Darüber hinaus gab es den Besuch von Herrn Babys Tante, das erste Mal Krankengymnastik und inzwischen haben wir sechs zupackende Hände im Haushalt. Über den Besuch gibt es nicht viel zu erzählen, den Rest unterteile ich mal ...

Arbeit

Ozie hat langsam, aber dann doch mit steigender Intensität ihre Arbeit im Shop wieder aufgenommen, allerdings viel unorganisierter, als sie es sich gewünscht hätte. Neben den obligatorischen Still- und Abpumppausen kam halt hinzu, dass ich oft nicht anwesend oder hilfreich sein konnte, weil ich mit Arbeit, Einkauf oder Kochen beschäftigt war. Da gibt es noch Optimierungsbedarf. Klarer Nachteil der Heimarbeit. Wenn ich arbeiten war, war ich unterwegs, das hat rein naturgemäß einfach funktioniert. Allerdings hab ich schon festgestellt, dass meine Fitness doch erheblich nachgelassen hat. Ich hab zwar in den letzten Wochen viel mehr im Haushalt gerockt, aber tatsächlich ist das Aufhängen von Wäsche oder das Wickeln von Herrn Baby nicht wirklich ein adäquater Ersatz fürs Auf-den-Beinen-Sein bei der Säbelzahnhamsterauslieferung. Außerdem hab ich in drei Monaten gute zehn verloren geglaubte Kilo wieder zugelegt. Aber ich war halt auch dauernd in der Küche …

Krankengymnastik

Da die Naturgesetze besagen, dass mit so einem Baby immer irgendwas ist, waren wir diese Woche das erste Mal mit dem kleinen Höhlengnarf* bei der Krankengymnastik. Er hat die letzten Wochen eher linksseitig verbracht, sprich: In Zweifelsfall lieber links die Wand angesehen als uns auf der rechten Seite. Und da bei ihm ja alles noch in der Formfindung ist, ist sein Köpfchen leicht schief und die Muskulatur etwas einseitig ausgeprägt. Keine große oder ungewöhnliche Sache, aber wir sollen ihn halt jetzt etwas dazu ermuntern, den Kopf besser zu halten und ihn mehr von rechts bespaßen. Überraschenderweise reicht da eine CSU-Mitgliedschaft nicht, aber eigentlich ist Folter ja ohnehin noch nicht diskursfähig. Dafür hat er zu helle Haut, wir sind medial auf dem neuesten Stand.

Naja, jedenfalls machen wir jeden Tag ein paar Übungen mit ihm und haben sechs Termine zum Hingehen in den nächsten Wochen. Und da können wir auch schon zum letzten Punkt überleiten.

*leitet über*

Drittes Paar Hände

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Ebenfalls zu den Übungen zählt ein wenig Förderung beim Greifen, denn so langsam sollte er sich Zeug in den Mund stecken können. Ich weiß, ich komme mir auch komisch dabei vor, das noch zu beschleunigen, aber so sind die Regeln: Wenn's dem Kleinen hilft, macht man es.
Und tatsächlich tragen diese Bemühungen schon Früchte, er greift sein Spielzeug schon recht zuverlässig und scheint jedes Mal kurz davor zu stehen, auch zu verstehen, dass er da aktiv was tut und das nicht einfach passiert. Ist auf jeden Fall super niedlich – wenngleich wir vermuten, dass es noch ein paar Wochen dauern wird, bis wir ihn zum Kartoffelschälen einteilen können.

*Zur legitimen Frage, wie gefährlich ein Höhlengnarf ist, empfehle ich Alf, Staffel 2, Folge 8 „Schluckauf Marke Melmac“ - ohnehin die beste.

Babybay - The best and the worst

Es gibt so Dinge, bei denen man nicht weiß, ob man Lobeshymnen oder Rants schreiben soll und in diesem Fall ist es auch so. Es geht um unser Babybay. Unser hübsches anthrazitfarbiges Beistellbettchen, derzeit Herr Babys häufigste Schlafstatt und damit das bisher wichtigste Möbelstück, dass wir im Rahmen der Ganzen Operation Nachwuchs gekauft haben.

Und dazu mit Abstand das teuerste. Hier mal ein (Partner-)Link auf Amazon, nur so zur Verdeutlichung.

Aber ja, natürlich ist es super. Das Baby kann darin schlafen. Und alles, worin das Baby schlafen kann, ist super.

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Das Traurige ist aber auch: Das Ding ist mit weitem Abstand Marktführer, Konkurrenz findet man fast kaum und auf jeder Internetseite, auf der sich Leute  rumtreiben, die schon mal ein Kind im TV gesehen haben, werden die originalen Babybays empfohlen. Und tatsächlich sind wir gelinde gesagt etwas überrascht und fragen uns, wie schlecht dann bitte die Alternativen sind.

Jeder, der schon mal zwei Ikea-Möbel aufgebaut hat, muss sich fragen, ob die Designer bei dem Teil besoffen waren. Etwas aus so wenigen Einzelteilen so dusselig aufzubauendes hab ich nicht mehr gesehen, seit ich mit sieben Jahren recht erfolglos mit der Verknüpfung von Lego und Knetmasse experimentiert habe. Bei jeder Schraube denkt man sich: "Hä? Warum haben die das nicht so und so gemacht?"

Also das Problem ist nicht, dass alles so furchtbar ist, dass man das Ding nicht zusammenbauen kann. Aber man sieht halt an jeder Stelle sofort, dass es dafür seit kurz hinterm Verlassen der Bäume eine cleverere Lösung gibt. Und leider endet es da nicht. Der Lack ist an einer Stelle fast schon ab (nach 8 Wochen) und so wirklich sauber passgenau sind ein paar Teile zudem nie gewesen. Als mir Ozie dann vor ein paar Tagen erst gesagt hat, dass im Vorgängermodell noch nicht einmal Belüftungsritzen unter der Matratze waren und selbige deswegen oft schimmelten, war ich dann endgültig überzeugt, dass da irgendwer wohl zu wenig Konkurrenz hat.

Alles kein Grund zum Zurückschicken oder so, dass muss man fairerweise anmerken. Immerhin ist das Ding so stabil, dass wir nach Herrn Baby auch eine Bleifigur von Herrn Baby darin lagern könnten. Es ist einfach eine sehr groteske Verteilung der Qualität, die uns ernsthaft erstaunt hinterlässt.

Abschließend lässt sich also sagen: Ja, man kann so ein Teil kaufen, aber dann muss man halt 10 Kinder haben, damit sich das Aufbauen auch gelohnt hat. Oder Hunde. Hunde gehen auch.

FarCry 5 Review

Nachdem ich mir FarCry 5 vor einem Monat gekauft habe und damit ein eigentlich nicht so sonderlich gutes Loch in unser derzeitiges Budget gerissen habe, dachte ich mir, dass ich dann wenigstens einen ausführlichen Blogeintrag schuldig bin. Da ich eher so eine Art Slow-Gamer mit Angst davor, ein Spiel durchzuspielen bin, hab ich inzwischen über 60 Stunden gespielt ohne es zu beenden. Aber immerhin zu mehr als zwei Dritteln bin ich durch, also was sagen kann ich durchaus.

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Inhalt

FarCry 5 ist wie die Vorgänger ein Open-World-Shooter, der mit einer großen Welt aufwartet, wie sie bei Triple-A-Spielen heute erwartet wird. Es gibt erstmalig die Option, seinen Charakter (optisch) anzupassen, ansonsten viel altbewährtes: Ein enormes Waffenarsenal mit Aufrüstungsoptionen, eine deutlich gestiegene Zahl an Fahrzeugen - was unter anderem auch daran liegt, dass man erstmalig auch den Luftraum befliegen kann*, zig Collectibles und etliche Missionen und Missiönchen. Das rudimentäre Crafting bei den Vorgängern ist einem allgemeinen "Vorteils"-System gewichen. Im Wesentlichen ballert man sich durch Bösewichter und jagbare Tiere, vertickt die erbeuteten Sachen und kauft sich davon Waffen, Autos und Angeberklamotten. Daneben ein paar Stunts und Such-Aktionen. Abkürzen beim Einkaufen kann man erstmalig auch mit realem Geld. Zudem ist die komplette Story auch im Co-Op mit einem Freund spielbar, aber Teil der Story ist es auch, NPCs als Begleiter einzusetzen.

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Technisches

Mein nur mäßig gamingtauglicher PC geht bei dem Spiel ziemlich in die Knie. Mein Intel 6-Core-Prozessor und die 16GB RAM reichen dicke, aber meine Radeon R9 380 ächzt heftig und mehr als 40 bis 50 fps bei mittleren Einstellungen sind einfach nicht drin. Das ist ok, mit einem drei Jahre alten Mittelklasse-Rechner aktuelle Shooter zu zocken war früher gar nicht drin, aber man sollte es halt wissen. Ein paar kleinere Bugs (unterirdisch rotierende Tiere) hab ich festgestellt, aber nix wildes. Die Dunia-Engine liefert auch hier eine solide Basis. Nur, dass gelegentlich Gegner und vor allem Tiere im Sichtfeld spawnen, verdirbt die Stimmung etwas. Mir ist die KI der Begleiter-NPCs positiv aufgefallen, allerdings mit einer Ausnahme: Sie stehen verdammt oft blöd im Weg rum.

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Story

Das Spiel scheint in den USA ziemlich Wellen geschlagen zu haben, weil der Teil jetzt dort spielt und man eine militante christliche Sekte als Gegner hat. Um das zu verstehen, muss man vermutlich militanter Christ sein, denn eigentlich ist das alles viel zu beliebig und gleichzeitig überzogen, um sich da persönlich angegriffen zu fühlen. Man schlüpft in die Rolle eines/r jungen PolizistIn, soll den Anführer der Sekte festnehmen, landet aber schließlich in einem von der Außenwelt abgeschnittenen Tal und muss den Glaubensbrüdern ihren Weltuntergang persönlich näherbringen. Arg viel komplexer ist der große Überbau nicht. Ganz open world kraxelt man durchs Gelände und trifft auf jede Menge Charaktere, die aus durchaus unterschiedlichen und witzigen Gründen diesen oder jenen Kampf gegen Joseph "der Vater" Seed führen, aber das imposante Intro lässt den Rest dann doch etwas beliebig erscheinen. Mir persönlich kommt das kleinteilige entgegen, denn ich erkunde so ein Spiel gerne, lese die absurden Notizen auch und bin zudem eh eine Zeit gewohnt, in der man Glück hatte, wenn  wenigstens der Endgegner bei Shootern einen Namen hatte. Aber die Kritiken, dass man aus dem an sich grandiosen Setting mehr hätte machen können, treffen definitiv einen wunden Punkt.

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Die Welt

Wenn die Macher von FarCry eines können, dann schöne Spielwelten bauen. Natürlich merkt man leider immer mal wieder, dass auch die aus einer Sandbox kommen und sich die Objekte alle hier und da wiederholen, aber meiner Meinung nach ist das im fünften Teil nochmal wesentlich weniger auffällig. Und selbst mit mittleren Grafikeinstellungen kann sich das sehen lassen. Die Map ist insgesamt zwar etwas dünn besiedelt, aber das verleiht dem Setting zum einen Glaubwürdigkeit und zum anderen ist die ausgedehnte Natur in FarCry ja auch wegen des Jagens und Angelns wichtig und so findet man wenigstens überall wo Gebäude stehen auch lootbare Sachen. Wobei sie da für Sammler wie mich fast schon wieder etwas übertreiben, aber irgendwie müssen es ja auch die Rusher durchs Game schaffen ...

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Neben der Kampagne

Mit FaCry Arcade wird auch ohne den DLCs ein zweiter Spielmodus angeboten, in dem man unabhängig von der Story kleine Szenarien alleine oder im Multiplayer spielen, sowie Maps erstellen kann. Dass man das an Spielautomaten innerhalb der Story machen kann, finde ich aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen eine ziemlich coole Idee. Gut, Multiplayer ist nicht so mein Ding - ich spiele wirklich gerne alleine. Aber sonst ist das eine tolle Sache, zumal die Arcade-Maps auch im Stil der DLCs kommen, welche mit Zombies, Vietnamkrieg und Mars noch mal ganz neue Umgebungen haben.

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Mein persönliches Fazit

Da für mich Open-World-Shooter die Königsklasse der Games darstellen und ich die FarCry-Reihe ohnehin sehr mag, stand eigentlich fest, dass ich das Spiel mögen würde. Schon alleine das Intro! In einem Let's-Play fiel sinngemäß der unbedingt gültige Satz "Ever asked yourself how you should start a game? THIS is how to start a game!". Die Welt und die schiere Anzahl herrlicher Charaktere ist großartig und ich bin etwas unschlüssig, ob dafür der geringe Tiefgang sogar ok ist. Zu viel Gameplay mit Charakteren, die man tiefgründig hasst, sind halt auch nicht das Wahre. Technisch werden meine niedrigen Ansprüche ums hundertfache übererfüllt, allerdings mit einem deutlichen Haken: Die Waffenphysik. Im Vergleich zu schlechten Spielen ist die immer noch grandios, aber an den Teilen 3 und 4 hab ich das Handling der Waffen geliebt, weil es etwas rauer und harscher war und nicht so beliebig. Und das sage ich als ausgesprochener Nicht-Waffennarr. Das ist mir hier zu glatt geschliffen, das hätte nicht sein müssen. Das Angeln nimmt meiner Meinung nach einen zu großen Teil im Spiel ein und die Nebencharaktere sind zum einen mau in der Mimik und zum anderen außerdem vielfach gleichaussehend. Allerdings war das schon bei FC3 so und falls da irgendwo im Spiel noch ein zynischer Spruch dazu fallen sollte (wie zu den Funktürmen), dann würde ich das gerne als Selbstironie gelten lassen. Und der Triple-A-Preis (Link zu Amazon) ist völlig ok, wenn man wie ich als Entdecker gerne mal 50+ Stunden durchs Game streift. Das mit den InGame-Käufen finde ich einen beschissenen Trend, aber es sei angemerkt, dass das in Maßen daherkommt und man von nix ausgeschlossen wird, sondern bloß mehr jagen muss, wenn man die teuren Extras (die sonst nicht spielrelevant sind) doch haben will. Das geht in Ordnung. Insgesamt würde ich eine gute zwei in Schulnoten vergeben. Pro-Gamer mögen zu anderen Ergebnissen kommen, aber ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass irgendwer das Spiel nach zwei Stunden zur Seite legt und grundsätzlich doof findet.

Und ebenfalls nicht vergessen werden darf, dass der Herr Baby schon etliche Stunden passiv mitgezockt hat. Das verdoppelt ja quasi die Spielzeit. ;)

Noch was am Rande: Was wirklich gar nicht geht, ist, dass die Booster-Spritzen, die man aus Pflanzen herstellt und die einem für kurze Zeit besondere Fähigkeiten verleihen, dieses Mal Homöopathika sein sollen. Sicher, es macht die Sache für Nerds etwas lustiger, aber ich fürchte, dass das ein klassischer Fall von "Wir haben Voodoo mit Medizin verwechselt, weil's cool klingt" ist. Brrr, da rollen sich mir als Skeptiker die Zehennägel hoch!

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Der Season-Pass für die DLCs steht jedenfalls jetzt schon auf meiner imaginären Wunschliste.

*Nein Leute, der Gyrokopter in FC 4 zählt nicht wirklich. Ich meine, mal im Ernst, das war für die Serie das, was für GTA der Dodo im dritten Teil war.

[Alle Bilder von Ubisoft]

Immer noch das mit den Lampen. Und Fußball.

Die Faszination des Herrn Baby für Lampen ist immer noch nicht abgerissen. Was in Anbetracht der wenigen vergangenen Tage nicht verwundern sollte, aber Zeit ist gerade ohnehin eine sehr relative Größe. Der Kleine entwickelt sich derart rasant, dass man als Erwachsener staunend daneben steht und über all die neuen Interessen oder Geräusche, die das Baby gerade so mitbringt, vergisst, dass es noch nicht einmal zwei Monate sind, die dieser Zwerg nun diesen Planeten bevölkert.

 Hier mal leise und desinteressiert: Herr Baby. Quelle: Sash

Hier mal leise und desinteressiert: Herr Baby. Quelle: Sash

Man hat das Gefühl, dass das alles gar nicht in so wenig Zeit passt. Davon, wie aufregend das für ein Kind ist, für das ja noch weit mehr Neues passiert, will man sich gar nicht ausmalen. Wir kriegen ja höchstens mit, wie er vor Aufregung nicht schlafen kann. Und selbst das ist bisweilen schwer von Bauchweh zu unterscheiden.

Wie gesagt: Lampen (in allen Zimmern) stehen immer noch weit oben auf der Liste von Dingen, die Herrn Baby so sehr interessieren, dass er erkennbar Kontakt mit ihnen aufnehmen will.

Entsprechend hatten wir fast schon sowas wie Bedenken, als wir nun angefangen haben, ein paar Spiele der Fußball-WM zu gucken. Denn ja, natürlich kriegt der Zwerg gerade auch viele Medieneindrücke nebenbei mit, aber dass Papa und Mama mal wirklich über eine Stunde lang vor einem so großen Bildschirm sitzen, ist wieder eines dieser ganz neuen Dinge. Wir sehen sonst ja kaum fern, und wenn dann Serien am PC, nur nebenher und ganz oft sogar so, dass er allenfalls ein wenig Ton mitbekommt. Ebenso wie wenn er mich schlafend beim Zocken begleitet.

Die Bedenken waren unbegründet. Der große Fernseher ist entweder nicht interessant oder aber viel zu überfordernd. Was schlimm wäre, wenn Herr Baby dieses Problem nicht sehr elegant mit Ignoranz lösen würde. Während wir also das Geschehen dort verfolgen, schaut der Kleine aktiv und offensichtlich sehr glücklich direkt daran vorbei zur Lampe, oder - ganz neu - zum Farbübergang zwischen der grünen Wohnzimmerwand und der weißen Decke. Findet er spitze. Wie im Übrigen auch Türrahmen.

Bin ja schon gespannt, was passiert, wenn er mal merkt, dass sein Kinderzimmer mit Punkten übersäht ist. :D

Gärten der Welt 1

Ich hätte über die Gärten der Welt schon vorletzte Woche schreiben können, denn da hab ich es das erste Mal überhaupt dorthin geschafft. Jetzt halt heute, wo wir das zweite Mal da waren - weil wir inzwischen eine Jahreskarte haben.

Ja, ich weiß, das ist jetzt etwas schnell eskaliert. Fangen wir von vorne an. Die Gärten der Welt sind so in etwa der Eiffelturm Marzahns: Das Motiv, das alle hervorkramen, wenn es mal darum geht, irgendwas nicht negativ darzustellen. Folglich nutzen es vor allem Politiker und Vermieter.

 Der Kontrast zur Umgebung ist ein Highlight für sich. Quelle: Sash

Der Kontrast zur Umgebung ist ein Highlight für sich. Quelle: Sash

Obwohl der Bezirk bei weitem nicht nur eine nette Ecke hat, sind die Gärten halt eine andere Größenordnung. Letztes Jahr zur IGA umgestaltet, aber auch davor schon weit überregional bekannt. Hat uns jetzt 10 Jahre trotzdem nur so mäßig interessiert, weil es halt einfach Gärten waren. Ohne Option zum Gemüseanbau. Was soll das?

 Ein eher lauter Garten. Quelle: Sash

Ein eher lauter Garten. Quelle: Sash

Nun hat aber natürlich mit Herrn Baby ein neuer Spieler die Arena betreten, was dann zum Beispiel dazu führte, dass auch sein Opa mal einen Abstecher nach Berlin gemacht hat ... und was macht man mit Rentnern, die nicht mehr so gut zu Fuß sind?

Naja, unser Plan war irgendwas mit Blumen, dann in eine Seilbahn setzen und zack - Bier!

 Vogelkäfig made in China. Quelle: Sash

Vogelkäfig made in China. Quelle: Sash

So viel sei gesagt: Das hat in den Gärten der Welt funktioniert, wenngleich man das Bier besser selbst mitbringt, so rein preislich.

Naja, vor allem stellt man dann aber auch fest, dass das zum einen wirklich nicht die hässlichsten Gärten sind, sie sich aber zudem ehrlich verdammt gut zum Ausruhen eignen. Und das ist mit einem Minimenschen ja auch ein Wert an sich. Also haben wir nach unserem ersten Besuch beschlossen, uns eine Jahreskarte zu machen und schnell wiederzukommen.

 3 Autos auf 200m²: "Los Angeles Garden" gibt sich authentisch. Quelle: Sash

3 Autos auf 200m²: "Los Angeles Garden" gibt sich authentisch. Quelle: Sash

Das war dann heute. Und abgesehen davon, dass wir uns einen Haufen leckere Snacks gekauft haben, um die dann mitsamt dem kompletten Rucksack zu Hause stehen zu lassen, war es super. Insbesondere, weil wir dann ja eine Notfall-Currywurst inhalieren mussten.

 Ersatzfrühstück. Ganz furchtbar. ;) Quelle: Sash

Ersatzfrühstück. Ganz furchtbar. ;) Quelle: Sash

Es war zwar nicht so heiß wie vor anderthalb Wochen, wir mussten den Wasserspielplatz nicht wirklich in Anspruch nehmen, um heil wieder zum Ausgang zu finden, aber ein bisschen rumchillen ging dann doch:

 Unterschiedliche Müdigkeitsstadien anschaulich illustriert. Quelle: Sash

Unterschiedliche Müdigkeitsstadien anschaulich illustriert. Quelle: Sash

Da sich das mit der Jahreskarte so derb anhört: Der Park hat einen recht gepfefferten Tages-Eintrittspreis von 7,00 Euro pro Person. Die Jahreskarte im Abo kostet 20,00. Wenn man nur 10 Minuten dorthin braucht und denkt, man würde gerne wiederkommen, ist das nicht wirklich eine schwere Entscheidung. Und man kann dort auf fast allen Wiesen picknicken, es stehen sogar haufenweise Stühle und Tische rum. Man kann es sich da ernsthaft gut gehen lassen.

Und deswegen die 1 im Titel. Wir werden wiederkommen.

 Zum Abschluss ein Baum. Quelle: Sash

Zum Abschluss ein Baum. Quelle: Sash

Lampenfieber

Ein bisschen komisch sind Babys ja schon. Was einerseits daran liegt, dass sie von alleine nicht übers Lenkrad gucken können, andererseits natürlich auch an ihrer noch leicht defizitären Zurechnungsfähigkeit verglichen mit anderen Pflanzen.

Unser kleiner Herr Baby fährt die letzten Tage zum Beispiel voll auf Deckenlampen ab und wir haben keine Ahnung warum. Nur noch eine gewisse Angst, dass er irgendwann vor glücklichem Glucksen platzt, denn er gerät da ziemlich in Stimmung. Beim Anblick von Deckenlampen ...

Und mit Deckenlampen meine ich Deckenlampen:

 Glückslampi, Quelle: Sash

Glückslampi, Quelle: Sash

Das Bild oben zeigt genau das was Herrn Baby so zufrieden macht - aus seinem Blickwinkel von meinem Bett aus: Eine vielleicht acht Euro teure und ähnlich viele Jahre alte Lampe von Ikea, unsauber aufgehängt, staubig, unangeschaltet und dank der Jalousien vor dem Fenster in unästhetischem Halbdunkelherumhängend. Mehr oder minder ein Verhütungsmittel, wenn man's so offensichtlich im Schlafzimmer anbringt.*

Doch das Kind liegt da, lächelt, zappelt und strampelt und versucht in jeder Minute, in der Mama und Papa sich was anderem zuwenden, mit dem ominösen Deckengott zu "sprechen". Und bei allem Wissen darüber, dass Babys ein Zeitgefühl haben, das dem eines Farns nur unwesentlich voraus ist: Wenn so ein kleiner Mensch das mal mehr als eine halbe Stunde lang und bei mehr als nur einer Lampe macht, lässt einen schon aufhorchen. Vielleicht ist ja doch was dran an der Theorie, dass er ein Außerirdischer ist, der telepathisch mit seinen Artgenossen in Verbindung tritt, um sich über die Betreuungssituation auf diesem Planeten zu beschweren.

Oder er hat eine neue Definition des Wortes Lampenfieber erfunden. Im Erfinden von neuen Dingen sind Babys ja auch nicht schlecht.

 

*Jaja, die Lampe gab's vor Herrn Baby und sie hängt über meinem Bett. Ihr seid aber auch wieder kleinlich heute, damn!